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Das Micro-Needling-Prinzip

Grundsätzlich zielt das Micro-Needling darauf ab, körpereigene Regenerationskräfte zu aktivieren, die im Ergebnis den Wiederaufbau der beschädigten Hautstrukturen bewirken können. Mit Hilfe feinster atraumatischer Nadeln wird eine körpereigene Reaktion in Gang gesetzt.

Im Gegensatz zu den ablativen Methoden, wie Dermabrasion, Peeling oder Laser-Resurfacing, erfolgt keine Schädigung oder Zerstörung der Epidermis durch Ausdünnung der Hautschicht. Auch behält die Haut ihren natürlichen UV-Schutz.

So funktioniert das Micro-Needling

Abhängig von der eingestellten Nadellänge setzen die Mikronadeln sehr feine Stichkanäle (Einstellung am Gerät in 0,05 mm Schritten von 0,1 bis maximal 1,5 mm). Die Nadeln haben bei einer Einstechtiefe von 0,5 mm einen Durchmesser 0,1 mm = von einem Hundertstel Millimeter. Die Stichkanäle auf der Hautoberfläche verschließen sich ca. zehn Minuten nach der Behandlung wieder. Damit ist das Risiko einer Wundinfektion so gut wie ausgeschlossen. Die Haut reagiert auf diese Mikroverletzungen mit dem natürlichen Ablauf der Wundheilungkaskade.

Die Mikroverletzungen signalisieren dem Körper, dass die Gewebestruktur sofort erneuert werden muss. Es kommt zur Zellproliferation. Als weitere Reaktion werden Kollagen, Elastin und Hyaluronsäure ausgeschüttet:

Kollagen hat die Aufgabe, das Bindegewebe zu festigen, während Elastin für eine gute Elastizität sorgt und die Hyaluronsäure für die Feuchtigkeitsspeicherung der Haut. Durch dieses Zusammenspiel können verschiedensten Hautprobleme (Falten, Pigmentflecken, Schwangerschaftsstreifen, Dehnungsstreifen, Narben und Aknenarben, etc.) schon nach wenigen Sitzungen erheblich reduziert und ein einheitliches Hautbild geschaffen werden. Die Einstiche der atraumatischen Mikronadeln sind dabei stets narbenfrei.

Die Hautbehandlung mit Micro-Needling

Ausschlaggebend für eine sichtbare Hautverbesserung ist vor allem die Reizstimulierung der Keimschicht der Epidermis und der Basalschicht. Der amerikanische Dermatologe Kligmann kreierte den Begriff Corneo Therapy für diese Behandlungsart. Die Graphik veranschaulicht die Genexpression und die Proliferation undifferenzierter Zellen nach der Reizstimulierung.

Für eine Reizstimulierung ist theoretisch eine Einstichtiefe von 0,2 - 0,35 mm ausreichend. Die Dicke der Epidermis ist ca. 0,18 mm (Handfläche&Fußsohle bis 1,4mm) und die Dermis variiert je nach Lage von 1,2 – 3,5 mm.

Was bewirkt der Einstich einer Nadel?

Es hat zu Folge, dass die Epidermis durch die gene-up-regulation eine deutliche Zunahme der Keratinozyten verzeichnet. Auch die Kollagene VI und VII, die sogenannten Ankerkollagene zwischen Epidermis und Dermis nehmen zu und es bilden sich unterhalb der Basalmembran neue Kollagenschichten. Durch die rege Proliferation der Keratinozyten erneuert sich, je nach Alter, Körperregion und anderen Faktoren, die menschliche Epidermis durchschnittlich alle 28 Tage. Die Zellen der Basalschicht nehmen von den benachbarten Melanozyten Melanin auf und beginnen mit der Synthese der Keratinfilamente.

Eine erste Verbesserung der Hautstruktur bzw. des Hautbild wird in diesem Zeitraum erreicht.